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Opernbesuch

Politik und Liebe, Gefangensein und Freiheit – die einzige Oper Beethovens will ungeheuer viel sagen, und tut das auch. Jedoch nicht ganz einfach. Ein Erzähler vermittelte und stellte Zusammenhänge für das junge Publikum her (Staatsoper Hamburg).

Wir saßen in der ersten und zweiten Reihe direkt am Orchestergraben und direkt hinter dem Dirigenten. Für so feine Ohren, wie es die meisten Kinder noch haben, fast ein bisschen zu nah dran, denn die Sängerinnen und Sänger müssen mit voller Kraft singen, damit sie auch in den letzten Reihen deutlich zu hören sind. 

Was mich an dem Tag besonders begeistert hat war, dass die Jugendlichen und Kinder sich voll auf die Vorführung eingelassen haben und es im Saal während der Vorführung ziemlich ruhig war. Das Publikum war sehr begeistert, was am Ende mit  viel Jubel zum Ausdruck gebracht wurde. Es war ein gelungener Ausflug. Sehr gern wieder!

 

Florestan sitzt zu Unrecht im Gefängnis, er hat „für Wahrheit gestritten“. Der Gouverneur der Staatsgefängnisse Pizarro ist dafür verantwortlich und muss Florestan verschwinden lassen, um nicht belangt zu werden. Dessen Frau Leonore lässt sich inkognito im Gefängnis anstellen und kann ihren Mann befreien. Nur: Welche Freiheit ist gemeint? Was passiert nach Erlangung der Freiheit? Das sind Fragen, die Beethovens Oper stellt und offenlässt. Die Aufführungsgeschichte des „Fidelio“ durch alle politischen Systeme Deutschlands hindurch, lässt die Oper selbst zu einem Archiv werden. An ihr kondensiert deutsche Geschichte, denn sie stellt schmerzhaft die Frage, was der deutsche Traum / Albtraum heute sein kann. Florestan – ein republikanischer Jesus, der für uns gefangen war und befreit wurde, Leonore – ein neuer Typ Frau, die politische Verantwortung zu tragen imstande ist. (Quelle: Staatsoper Hamburg)

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